Geschichte von St. Corona

Geschichte von St. Corona
oder "Heiligenbrunn"

St. Corona am Schöpfl hat das älteste Heiligtum der hl. Corona in Niederösterreich.

b_246_362_16777215_00_images_stories_Brunnen.jpgÄlter noch ist der "Heilige Brunnen" in der Ortsmitte, als geschichtliche und religiöse Wurzel des Ortes. Von diesem Heiligtum berichtet die Chronik, daß seit urdenklichen Zeiten Wallfahrer gekommen sind, um durch den Gebrauch des heilsamen Wassers, mehr aber noch im Vertrauen auf ihr andächtiges Gebet Heilung und Linderung ihres Leidens zu suchen. Das zinnfarbene Wasser wurde vor allem bei Augenleiden aber auch gegen Krankheiten des Viehs verwendet.

Zahlreiche Votivgaben, darunter die Krücken eines Knaben, der hier wundersam von seiner Lähmung geheilt worden sein soll, befinden sich unter dem Volksaltar.

Da Die Wallfahrten zum "Hl. Brunnen" immer mehr zunahmen, wurde im Jahr 1444 nächst diesem "heilsamen Bründl" eine kleine hölzerne Kapelle mit Altar errichtet und vom Passauer Bischof zu Ehren der hl. Corona und der hl. Anna eingeweiht.

Zur Erinnerung an diesen Tag wurde die Örtlichkeit von nun an St. Corona genannt. Bis heute ist aber auch noch die alte Ortsbezeichnung "Heiligenbrunn" verbreitet.

1529 zogen die Türken brennend und sengend durch das Triestingtal. Auch die Kapelle in St. Corona wurde zerstört und wurde an dieser Stelle nie mehr aufgebaut.

Aus der Zeit des neuerlichen Türkeneinfalls von 1683 berichtet eine Legende:

"Ein Priester des Klosters Mariazell in Österreich wollte auf der Flucht vor den barbarischen Horden die silberne Mon­stranz mit dem Allerheiligsten vor diesen retten und warf dieselbe in den heiligen Brunnen, vor dem dann die Pferde der Türken auf die Knie fielen. Ungefähr 60 Jahre später wurde die Monstranz völlig unversehrt mit der Hostie geborgen und in die Kirche übertragen."

1694 wurde durch kaiserliche Resolution in St. Corona Holzhauerfamilien aus den Alpenländern der Habsburgermonarchie angesiedelt, um durch Nutzbarmachung des "Kaiserwaldes", bis dahin unbesiedelter kaiserlicher Bannwald, die landesfürstlichen Einnahmen zu vermehren.

1719-1722 erbaute das Kaiserhaus die jetzige Pfarr- und Wallfahrtskirche, welche, wie schon die zerstörte Kapelle, am 16. Mai 1722 der hl. Corona und der hl. Anna geweiht wurde.

1726 wurde der Pfarrhof und 1774 eine Schule erbaut, nachdem vorher die Kinder von einem Schneider unterrichtet wurden.

1877 erhielt der "Hl. Brunnen" sein heutiges Erscheinungsbild und wurde am 9. September des gleichen Jahres eingeweiht.

Harte Arbeit und große Armut prägte das Leben der Heiligenbrunner. Der letzte Weltkrieg brachte der Ortschaft und ihrer Bevölkerung noch schwereres Leid. Im April 1945 ging die Front mit all ihrer Härte auch über die Ortschaft hinweg. Der Schöpfl wurde zum Schicksalsberg. Er wurde benutzt, um den Vormarsch der Russen aufzuhalten. Daher wurde in dieser Gegend erbittert gekämpft. Ein Großteil der Bevölkerung versammelte sich im stark gebauten Pfarrhofkeller, um hier die schweren Kampftage gemeinsam zu überstehen.

1994 wurde, zum 50 jährigen Gedenken an das Kriegsende, ein 20 m hohes Besinnungskreuz aus Holz aufgestellt.

2001 wurde hinter der Kirche eine Marien­grotte gebaut, von der aus ein neu errichteter Kreuzweg zum Besinnungskreuz hinaufführt.

 

 
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